Der Bahnhof: Schauplatz für Ankunft und Abschied
Trinationales Tanztheater
mit Jerzy Lach, Sylvie Thomas und Anne-Laure Gros
vom 3. bis 13. September 1998 in Bayreuth
Nach dem Pantomime-Atelier "Maskerade" (deutsch-französisch-slowakisch) und dem Musiktheater-Atelier "Am Brunnen" (deutsch-französisch-tschechisch) kam 1998 mit dem Tanztheater-Atelier wieder ein trinationaler Workshop zustande. Er war das Ergebnis der Zusammenarbeit des forums mit dem Centrum Animacji Kultury (Polen) und der Compagnie des pieds et des mains (Frankreich) und richtete sich an französische, deutsche und polnische SchauspielerInnen und TänzerInnen sowie Theaterinteressierte unter 30 Jahren. Im Mittelpunkt des Ateliers stand die Wahrnehmung des eigenen Körpers als eigentliches Werkzeug und Instrument jedes Bühnenakteurs. Der Schlüssel für diesen Ansatz war der Rhythmus, wobei sich die drei Sparten Theater, Musik und Tanz diesem Begriff jeweils mit ihren eigenen Mitteln näherten. Diese Annäherung richtete die Aufmerksamkeit des Künstlers auf den eigenen inneren Rhythmus, auf den Rhythmus eines Mitspielers, eines Textes, eines Ortes. Der Bahnhof mit seinem besonderen Rhythmus - als Ort extremer Gefühle, als Schauplatz für Ankunft und Abschied, für Kommen und Gehen - bot bei dieser Arbeit die Plattform für Improvisationen. So gab diese internationale Gemeinschaftsproduktion den Künstlern die Möglichkeit, unter realitätsnahen Bedingungen Reaktionsvermögen, Flexibilität und Kreativität weiterzuentwickeln.
Künstlerische Leitung
Jerzy Lach (P)
ist einer der renommiertesten Regisseure der freien Theaterszene Polens. 1986 gründete er das Theater "Teatr Im. Alberta Tison" in Znin. Mit seiner Theatergruppe tourt er nicht nur in Polen, sondern hat auch auf internationalen Festivals in Avignon, Grenoble, Potsdam und Erlangen große Erfolge erzielt. Neben seiner Tätigkeit als Regisseur hat er bereits mehrere Theater-Workshops im In- und Ausland geleitet.
Anne-Laure Gros (F)
ist Musikerin und hat sich nach einer Afrikareise 1990 auf das Spielen des Djembé spezialisiert; ausgebildet wurde sie an diesem Instrument von Adama Dramé und gibt seitdem Percussion-Workshops. Sie arbeitet seit 1992 mit der Tanztheatergruppe "Des pieds et des mains" zusammen, mit der sie regelmäßig am Festival d’Avignon teilnimmt.
Sylvie Thomas (F)
hat neben einer klassischen Tanzausbildung auch modernen Tanz, Jazztanz und afrikanischen Tanz studiert. Ihre Engagements führten sie u. a. an die Oper Marseille, wo sie als Solistin mit Roland Petit und mit Zizi Jeanmaire am Casino de Paris gearbeitet hat. 1991 gründete sie die Tanztheatergruppe "Des pieds et des mains", mit der sie mehrere erfolgreiche Tourneen im Ausland machte.


