Der Ring an einem Abend

vom 30. Juni bis 2. August 2006 in Bayreuth
Musikalische Leitung: Nicolaus Richter
Regie: Philippe Arlaud
Der Ring des
Nibelungen von Richard Wagner, das größte deutsche Musikwerk wurde von
David Seaman (Musikdirektor der Welsh National Opera in Cardiff) in eine
vierstündige kammermusikalische Fassung verändert. Diese Bearbeitung stützt
sich ausschließlich auf die Originalmusik und den Originaltext: Der ganze Ring
im Pocketformat für 8 Sänger und 12 Musiker. Im Rahmen der
Musiktheater-Werkstatt wurde die konzentrierte Fassung des wagnerianischen
Heldenepos von Philippe Arlaud inszeniert, dem international renommierten
Opernregisseur. Das Sängerensemble teilte sich, den Stimmfächern folgend, die
Vielzahl der Rollen und machte damit Handlungsstrukturen auf seine Weise
deutlich. Das Atelier richtete sich an junge Sänger, Musiker, Bühnen-, Kostüm-
und Maskenbildner, um das zentrale Werk Richard Wagners zu erfassen und
wichtige und nachhaltige Lernerfahrungen im Kontext einer ganzheitlichen
Werkstatt-Produktion zu machen. Das Atelier begann am 30. Juni (für die Sänger)
und am 7. Juli (für die Musiker) in Bayreuth, wo anschließend, ab 24. Juli bis
1. August, die Aufführungen stattgefunden haben.
Musikalische Leitung: Nicolaus Richter
(D)
studierte Violine an der staatlichen Hochschule für Musik Köln. Seine
Orchesterkarriere führte ihn nach Bonn in das Orchester der Beethovenhalle,
nach Köln in das Gürzenich-Orchester, zu den Düsseldorfer Symphonikern /
Deutsche Oper am Rhein und in das Orchester der Bayreuther Festspiele. Er
spielte unter Karl Böhm, Carlos Kleiner, Pierre Boulez und Sir Colin Davis.
Seit 1980 ist Nicolaus Richter Direktor der Musikschule Bayreuth, Dirigent
des von ihm gegründeten Bayreuther Kammerorchesters und wurde von zahlreichen
Orchestern als Gastdirigent verpflichtet. Nicolaus Richter leitet seit 17 Jahren
das Orchester des deutsch-französischen forums junger kunst.
Regie: Philippe Arlaud (F)
studierte Regie, Bühnenbild und Kunstgeschichte an der französischen Ecole
Supérieure d'Art Dramatique du Théâtre National de Strasbourg und gehörte ab
1977 zum künstlerischen Kollektiv dieses Theaters. Seit 1982 arbeitet Philippe
Arlaud als erfolgreicher Regisseur, Bühnenbildner und Lichtregisseur weltweit
an vielen renommierten Theatern und Opernhäusern: Wien, St Petersburg,
Baden-Baden, Tokyo, Genf, Straßburg, Berlin... Darüber hinaus inszenierte er
regelmäßig am Schauspielhaus und an der Staatsoper Wien sowie bei den Bregenzer
Festspielen. Er wurde bereits zweimal mit der „Kainz-Medaille" der Stadt Wien
ausgezeichnet. In Bayreuth hat er den "Tannhäuser" auf die Bühne
gebracht.
Studienleitung: Joachim
Tschiedel (D)
Der Dirigent und Liedbegleiter studierte in Frankfurt am Main u.a. bei Jiri
Starek und Bernhard Kontarsky. Von 1987 bis 1994 war er musikalischer Leiter
eines deutsch-französischen Jugendsinfonieorchesters, mit dem er mehr als 30
Konzerte gab. Ab 1992 arbeitete er als Kapellmeister und Solorepetitor an
Theatern in Eisenach, Dessau und Hamburg.
Seit Januar 2002 ist Joachim Tschiedel musikalischer Leiter der Studienrichtung
Musiktheater an der Bayerischen Theaterakademie „August Everding", wo er u.a.
für die Einstudierungen von Mozarts „Don Giovanni" und „Le nozze di Figaro",
Händels „Rodrigo" und Detlev Glanerts „Scherz, Satire, Ironie und tiefere
Bedeutung" verantwortlich zeichnete. Außerdem dirigierte er die Operncollage
„Quick&Clean", Wilfried Hillers Kinderoper „Pinocchio" und Offenbachs „Die
schöne Helena" (mit den Münchner Symphonikern). 2004 gastiert er u.a. beim
Stuttgarter Kammerorchester.
Pressestimmen zum "Ring an einem Abend" und Presseartikel:
Modernes Märchen
"Wenn das Orchester das Walhall-Motiv entfaltet, wenn im zweiten
"Siegfried"-Akt der Drache auftritt und besiegt wird, wenn der
Vergessenstrunk gereicht wird, wähnt man sich fast im Festspielhaus: So
monumental oder deliziös entfaltet sich die Musik, der drei Hörner, eine
Trompete und zwei Posaunen die Basis geben."
"Verglichen mit dem "großen" Bayreuther "Ring" auf dem
Hügel wird dieser "kleine" szenisch oft spannender realisiert."
"Unterm Strich bleibt ein zumeist geglücktes Unternehmen voller Spannung,
Poesie und Komik."
Opernwelt, Sept./Okt. 2006
Wagner für alle
„Gerade hat Regisseur Philippe Arlaud seinen Schauspielern vorgemacht, wie sie
bei ihrer Bayreuth-Première hinzuscheiden haben. Götterdämmerung in Bayreuth,
ganz anders allerdings als erwartet: Zwölf Musiker, eine Handvoll Techniker
acht Sänger und mitten unter ihnen Philippe Arlaud, der Regisseur. Sein Projekt
heisst „Der Ring an einem Abend"."
Süddeutsche Zeitung, 22.07.06
„Der Franzose bringt den Ring als tragische Familiengeschichte auf die Bühne,
mit Menschen, weniger mit Göttern, Riesen oder Nibelungen".
„Zu sehen ist keine Persiflage oder Parodie, sondern eine auf dreieinhalb
Stunden komprimierte Fassung von David Seaman, wobei der britische
Kapellmeister das Wichtigste kunstvoll miteinander verwob."
„In dieser Ring-Fassung ist (fast) alles drin. Der Ring-Neuling wird Appetit
auf mehr bekommen, und das genau ist die Absicht der Macher dieses ehrgeizigen
Projekts."
Frankenpost, 26.07.06
„Für Arlaud, dessen „Tannhäuser" auch im kommenden Jahr wieder bei den
Richard-Wagner-Festspielen zu sehen sein wird, ist der Ringzyklus ein
allumfassendes, teil apokalyptisches Drama: „Vom Ursprung der Welt bis ins 21.
Jahrhundert. Von Aischylos über Wagner bis Starwars. Ein Katastrophenfilm, wie
er aus Hollywood käme.", sagte der Regisseur."
ZDF Theaterkanal, 06.07.06
„Der „kleine Ring" ist eine Art Einführung, die man versteht, die man sich
leisten kann. Eine Art „Volks-Ring" also."
„ Mit den Sängerleistungen ist Arlaud durchaus zufrieden:"Wir haben sogar ein
paar ganz tolle Überraschungen dabei, von denen wir sicherlich noch viel hören
werden." Nicolaus Richters Ergänzung: „Die sind alle richtig toll dabei. Alle
wollen das machen."
Norbayerischer Kurier (NbK), 14.07.06
„Für die jungen Sänger und Sängerinnen sind die sechs Aufführungen eine
Riesenchance".
NbK, 20.07.06
Spannungsvoll und bildmächtig
„Ein prächtiges Unternehmen, das den gewaltigen Beifall sehr verdiente."
NbK, 26.07.06
Der "Ring" im Taschenformat
„Diese „Kurzfassung" nimmt den Werkkomplex ernst und stellt hohe Anforderungen
an die jungen Ausführenden, die in den Startblöcken ihrer Sängerkarriere knien
und auf den Absprung warten."
„ Was heraus kam, war mehr als erstaunlich."
„Intelligent und witzig"
Rhein-Neckar-Zeitung, 01.08.06
Der andere „Ring"
„Das Bemerkenswerte an dieser Short-Cut-Dramaturgie: Sie funktionniert, man
erlebt einen Opern-thriller voller Emotionen."
Deutschlandfunk, 27.07.06
„Ein sensationeller „Ring an einem Abend"."
„Die gespielte Fassung bietet puren Musikgenuss".
„240 Zuschauer waren bei der ausverkauften Premiere und wollten nicht aufhören,
zu jubeln."
„Es wäre kein Wunder, wenn der eine oder die andere in den kommenden Jahren
auch auf der Bühne des Festspielhauses oder anderer großer Bühnen wieder
auftauchen würde."
Frankenpost, 26.07.06


