commedia dell'arte
Die Commedia dell’arte ist eine besonders interessante Variante des Schauspiels in der Theatergeschichte. Sie lässt sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen, wurde aber erst im 16. Jahrhundert offiziell als Kunstform anerkannt. Von Italien ausgehend hat sie vor allem in Deutschland, Spanien und Mitteleuropa durchgehend großen Einfluss auf andere Formen des Theaters ausgeübt. Aufgrund ihrer Pluridisziplinarität (Akrobatik, Diktion, Gesang, Fechten) ist sie immer noch eine der wichtigsten und umfassendsten Grundlagen jeder Schauspielausbildung.
Was versteht man unter Commedia dell’arte?
Bei der Commedia dell’arte handelt es sich um eine Stegreifkomödie, die den Schauspielern keinen feststehenden Text vorgibt, sondern nur Typen (Arlecchino, Pantalone, Dottore, Pulcinella, Colombina, ...) und feststehende Szenenfolgen sowie Verwicklungen, die spontan auf der Bühne variiert und sprachlich ausgestaltet werden. Der Commedia dell’arte-Künstler ist daher ein umfassend ausgebildeter und mit allen szenischen Formen vertrauter Schauspieler.
Es erstaunt folglich nicht, dass die ersten unabhängigen Kompanien, die im 17. Jahrhundert in Frankreich auftraten, aus dem Bereich der Commedia dell’arte kamen. Lied, Tanz, Akrobatik und Musik betonten den unterhaltsamen Charakter ihrer Darbietungen, denn das Überleben eines unabhängigen Theaters hing stark vom Publikumserfolg ab. Vielleicht ist dies auch der Grund dafür, dass die Commedia dell’arte-Kompanien die ersten waren, die Frauenrollen tatsächlich von Frauen spielen ließen.
Commedia dell’arte im forum
Die Commedia dell’arte-Ateliers des forums richten sich an professionelle Schauspieler, Sänger und Musiker zwischen 18 und 30 Jahren aus Deutschland und Frankreich, die Lust haben, sich in die spezifischen Techniken der Sprache und Körpersprache dieser Theaterform einführen zu lassen und sich mit den verschiedenen Figurentypen der Commedia dell’arte vertraut zu machen, um schließlich auf der Basis dieser Regeln improvisieren zu können.


